Backwaterman 2019 Ottensteiner Stausee Waldviertel – Sieg für Vadym Trykoz!...trotz einiger Irrungen und Verwirrungen😊

 

 

 

Schwimmen:

 

 

 

Einer der schönsten und einzigartigsten Gegenden Österreichs. Bewaldete Felsen, die fjordartig im Wasser stehen. Eine atemberaubende Kulisse und ein guter Grund um Sport und Urlaub zu verbinden.

 

Am Samstag sind wir die 1,5km (Marlene) und 7km (Vadym) Strecken geschwommen. Aufgrund der warmen Wassertemperaturen wurde kurz vorm Start ein Neoverbot ausgesprochen. Und wir sind ohne Neoprenanzüge unsere Distanzen geschwommen.

 

Bei der 7km Distanz ist mir dann bereits ab der Hälfte richtig kalt geworden und ich habe die ganze Zeit nur ans Ziel gedacht und wollte so schnell wie möglich aus dem Wasser. Nach 2Std und 13min bin ich dann ins Ziel gekommen. Um fast 10 min langsamer als im Vorjahr, ganz egal. Hat trotz Kälte Spaß gemacht und ich konnte die schöne Kulisse aus dem Wasser genießen.   

 

Marlene hat krankheitsbedingt mehrere Trainingswochen in diesem Jahr versäumt und konnte die Zeit und den Stockerlplatz aus dem Vorjahr hier leider nicht verteidigen. Trotz unserer mittelmäßigen Ergebnisse waren wir von der warmen familiären Atmosphäre beim Backwaterman und in einem atemberaubenden Stück Österreichs glücklich.

 

Wir haben diese einzigartige Sportveranstaltung mit einem Kurzurlaub im Waldviertel verbunden und sind hier länger geblieben.

 

 

 

Swim-Run Vorbereitung:

 

 

 

Am nächsten Tag startete hier noch eine neue Veranstaltung – Swim-Run. Diese Bewerbsart ist  einigen schon bekannt vom Riverthlon in Waidhofen. Kurzfristig beim Frühstück im Hotel habe ich beschlossen, dass ich zum ersten Mal für mich doch die Kurzdistanz von insgesamt ca. 8km absolvieren werde (davon ca. 1,5km schwimmend und ca. 6,5km laufend, meistens auf den schönen Waldwegen immer wieder in der Nähe vom Ottensteiner See).

 

Meine Vorbereitung auf das Event war nicht so perfekt wie sie sein sollte. Körperlich war ich nach dem Schwimmen am Vortag schon wieder fit, aber an der Wettkampfbesprechung hätte ich am Vorabend doch teilnehmen sollen. Ich habe nicht teilgenommen und somit keine Tipps und keine Streckenerklärung mit dem richtigen Verlauf erfahren. Ich dachte mir, ich laufe und schwimme einfach den anderen nach, es wird schon irgendwie funktionieren 😊

 

Als Vorbereitungstraining im Vorfeld habe ich ein paar Mal probiert mit diversesten Laufschuhen zu schwimmen und sofort weiter mit den nassen Schuhen zu laufen. Es ist ja komplett was anderes mit den nassen Schuhen zu schwimmen, als ohne Schuhe!  Ich habe nach zwei Trainings keine passenden Schuhe gefunden und dachte mir: „Das muss man hinnehmen, normale Laufschuhe anziehen und einfach durchkämpfen!“.

 

Kurz vor dem Start habe ich den Stand von Vivo Barefoot Austria gefunden und in einer netten Diskussion ein paar neue Swim-Run Schuhe zum Testen bekommen. Ich war sofort vor dem Schuh nach den ersten Laufmetern begeistert und habe die Schuhe dann auch für das Rennen bekommen 😊

 

Mit viel Freude bin ich zum Start gegangen und mit der einzigen Erwartung: richtig Spaß zu haben und die Kulisse zu genießen, es geht ja absolut um nichts. Kurze Berechnung und mit Marlene kurz vorm Start ausdiskutiert,  haben wir eine Stunde Zielzeit für mich so zum Spaß ausgemacht. Ich soll unter einer Stunde wieder zurück ins Ziel kommen, damit sie nicht zu lange auf mich warten muss. Abgemacht ist abgemacht 😊

 

 

 

Swim-Run Rennen:

 

 

 

Aus dem Start-Ziel-Bereich wurden zwei Veranstaltungen auf die Kurz- und Mitteldistanz gleichzeitig geschickt. Ich dachte mir ich laufe einfach hart und schwimm normal wie ich gerade kann. Bereits nach 400 m laufen bin ich in Führung mit einem zweiten Mitstreiter gewesen und so sind wir relativ flott meistens bergab die ersten 1,5 km zum Ottensteiner See gelaufen. Wir wurden vom Renndirektor begleitet und mussten auf die Strecke nicht achten. Er ist vor uns gefahren und hat den richtigen Weg gezeigt.

 

Kurz vorm Wasser habe ich meinen Mitstreiter gefragt, ob er sich auf der Strecke weiter auskennt. Er hat nein gesagt. Optimal, habe ich mir gedacht, ich kenne mich auch nicht aus 😊. So sind wir beide gleichzeitig ins Wasser gestiegen und haben die Querung zur scheinbaren Boje auf die andere Uferseite begonnen. Erst nach guten 300-400 m habe ich einen schreienden Mann auf dem Boot vor mir gesehen. Er hat die ganze Zeit versucht uns zu zeigen, dass wir beide in die falsche Richtung schwimmen und anstatt geradeaus zu schwimmen hätten wir zu dem anderen Ufer auf der linken Seite schwimmen müssen… Nach dem schon alle anderen bereits in die richtige Richtung angeschwommen sind und ich die richtige Boje auf dem richtigen Ufer gesehen habe, habe ich verstanden wohin es weiter gehen sollte. Ich habe mich umgedreht und bin dann in die richtige Richtung allen anderen nachgeschwommen. Der Führungsplatze aufgrund der unnötigen Zusatzmeter ist dadurch natürlich verloren gegangen. „Das ist ja ein Abenteuer und gehört dazu“, habe ich mir gedacht und habe mich sofort wieder beruhigt.

 

Felsiger Ausstieg auf der anderen Seite des Ufers. Steil bergauf und dann weiter auf die Trailstrecke. Durch die zahlreichen Trainings auf den Waldwegen zu Hause habe ich mich hier wieder stark und wie zu Hause gefühlt. So habe ich einen nach dem anderen Läufer überholt. Nach einer längeren Laufeinheit kam wieder ein kurzes Schwimmstück. Jetzt habe ich mir alles genau angeschaut und bin jetzt in die richtige Richtung geschwommen. Beim Ausstieg aus dem Wasser haben die Leute zu mir geschrien: “Super, weiter so! Du bist der Erste in deinem Bewerb!“ Was?! Wie bitte? Habe ich wirklich so viele Leute beim Laufen überholt, dass ich wieder die Führung übernommen habe?! Echt jetzt?! Okay, dann mach ich weiter so! Ich darf mich aber nicht mehr verlaufen oder verschwimmen und muss mich voll auf die Strecke konzentrieren 😊 

 

Der weitere Streckenverlauf  war noch gut markiert, trotzdem musste man aufpassen. Das habe ich immer gemacht. Beim letzten Schwimmstück habe ich schon genau gewusst wohin – einfach queren. Genau zu diesem Ufer bin ich von Anfang an falsch geschwommen. Jetzt einfach die gleiche Strecke von ca. 600m zurückschwimmen. Es funktionierte alles problemlos. Aus dem Wasser gestiegen, mich umgedreht – keine Verfolgung hinter mir gesehen. Sehr fein! Bergauf zurück zum Schloss ins Ziel dachte ich mir und das wars.

 

Auf dem Hügel konnte man links und rechts laufen, in beide Richtungen sind die Markierungen deutlich sichtbar. Dort saß ein Feuerwehrmann mit einem Handy in der Hand. Ich habe schnell geschrien: „Wohin soll ich weiterlaufen?“ Er hat mich angesehen und ganz entspannt gefragt: „Wer bist‘n du überhaupt?“ 😊 Okay, dachte ich mir, ich muss einfach anders fragen: „Wo ist das Ziel?“. Auch diese Frage konnte nicht beantwortet werden… Dann habe ich so deutlich wie möglich gefragt wo das Schloss ist und habe halbwegs eine Antwort mit: „Ich glaube gerade aus!“ ,bekommen. Na dann, mir blieb keine andere Wahl,  als mein Abenteuererlebnis weiter fortzusetzen. Die Richtung hat gepasst und ich bin nach 56 min korrekt ins Ziel beim Schloss abgebogen.

 

Das war eine richtig tolle Überraschung. Nicht nur für mich, aber auch für die anderen, mich jetzt schon im Ziel zu sehen. Marlene hat gefragt: „Oida Vadym! Was machst du schon da?!“ Die Dame von dem Nachmeldetisch hat auch geschmunzelt und gesagt, dass die Nachmeldung sich ausbezahlt hat 😊 Das stimmt wirklich!

 

Ich habe  hier wirklich viel Spaß gehabt und bin für diesen großartigen Tag sehr dankbar.

 

 

 

Fazit:

 

 

 

-  macht spontane Entscheidungen

 

-  wir haben nicht viel zu verlieren, aber viel mehr zu erleben.

 

- genieß den Moment und bleib cool, wenn es nicht so läuft - improvisiere, es kann sich alles wieder

 

  ändern

 

-  bereits jedem bekannt aber:  Starte nie mit den neuen Schuhen in einem Wettkampf, außer du    nimmst Vivo Barefoot, die sind echt Super und da kann nichts schief gehen 😉